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Warum ich ein iPad kaufe – aber nicht für mich

Und wieder hat die Welt ein Gerät mehr, das unseren Alltag verbessert, erleichtert, bereichert und/oder ausfüllt; im besten Fall. Es ist ein Gerät, das den Markt aufwühlt und viel Anregung bietet. Sowohl den Firmen, die sich weiter mehr und mehr gute Produkte ausdenken müssen, die optimal zu bedienen sind. Aber auch Anregungen für uns, für die Benutzer, denn häufig wissen wir gar nicht explizit, dass etwas unbequem ist, sich etwas nicht gut bedienen lässt. Bis zu dem Zeitpunkt, zu dem wir gezeigt bekommen, wie es besser, einfacher geht.

Das iPad ist so ein Gerät.

Auch ich werde in diesem Jahr ein iPad kaufen. Aber nicht für mich. Bevor ich berichte, wer ein iPad bekommt und warum, hier kurz der Grund, warum ich mir (erstmal) keins kaufen werden:

Ich brauche es nicht. Traurige, erwachsene Aussage. Das Kind ist nicht ganz in mir gestorben, nein. Aber 500€ nur für die Neugier ist mir zurzeit etwas viel. Denn, anders als der ein oder andere unter euch, der Apps entwickeln möchte, würde ich mit dem iPad nur die Sachen machen, die ich zurzeit auch mit meinem Mac oder dem iPhone machen kann. Auch habe ich mich in meinem Alltag nun einige Male gefragt: “Was, wenn du jetzt ein iPad dabei hättest?” Anstatt das iPhone hätte ich dann das iPad in der Hand oder anstatt der Mac rödelt, würde dann das iPad warm werden. Ein “dann könnte ich x machen” kam mir nicht über die Lippen. Also lass ich erst mal die Finger von dem Ding, lese begeistert und mit Freuden eure Erfahrungen und werd in einigen Monaten noch mal überlegen.

So, doch wieso kaufe ich trotzdem ein iPad und für wen?

Ich sags euch: Meine geliebte Mama bekommt ein iPad, mit folgender Begründung:

Meine Mum ist knackige 5x Jahre alt und seit einiger Zeit sehr gut unterwegs, was die Technik angeht. Sie fotografiert gerne und auch gut, hat eine entsprechende Kamera. Auch das Internet findet sie toll und kommt damit auch sehr gut zurecht. Treibt sich auf Foto-Communities rum (sie sucht meist Bilder zu bestimmten Themen), sucht schon mal den ein oder anderen (alten) Text oder ein Gedicht und schreibt E-Mails. Alles, was man ihr zeigt, was es im Internet so gibt usw. findet sie toll und versteht sie gleich.

So wie sie mich früher für Neues begeistert hat, was mich im Nachhinein unglaublich weitergebracht hat, möchte ich ihr neue Inspiration und auch einen neuen Blick für das Internet geben.

Zurzeit ist das Internet für sie etwas, was da ist, wenn sie den Firefox öffnet. Schließt sie ihn, ist das Internet weg. Bildlich gesprochen, sie weiß, dass der Computer noch mit dem Internet verbunden ist, usw. bla bla. Nur ab dem Schließen des Browsers endet die Vorstellung, was ihr das Internet liefern kann und was sie mit dem Internet anfangen kann. Aber schon vor dem Öffnen des Browsers: Meiner Mutter (und ich denke das geht einigen dieser Generation so) fällt es schwer zu erfassen, was mit dem Internet alles möglich ist. Wir haben den Instinkt, mal im Internet zu suchen fast mit unserem ersten Atemzug aufgenommen. Älteren Generationen fehlt das.

Ein Beispiel:

In einem Gespräch ärgerte sich meine Mutti, weil sie den ganzen Tag die Nachrichten im Radio verpasst hat. Und als sie ausnahmsweise mal das TV anmachen wollte, um die Tagesschau um 17 Uhr zu gucken, kam diese nicht. Auf die Idee, im Internet Nachrichten zu gucken oder zu lesen, kam sie nicht. Und meine Mama ist nicht doof, im Gegenteil, natürlich. ;-)

Ich sehe für sie im iPad ein Gerät, das ihr zeigt, wie sehr das Internet mit dem Alltag verschmelzen kann, ohne dass man in einem extra Raum gehen muss. Ich bin sicher, meine Mutter würde häufig das iPad anwerfen, um mal die Mails zu checken, kurz mal Skype zu öffnen, um mir auf der Arbeit einen guten Tag zu wünschen, über die diversen Apps lesen, was neues auf der Welt passiert ist, Rezepte nachschlagen, Radio hören, Fotos anschauen, usw. Und das vom Sofa aus, in der Küche, im Garten, überall.

Sicher sagt ihr, dass auch der Computer meiner Mum das alles kann. Richtig. Doch bei ihrer Generation sehe ich zwei entscheidende Aspekte. Der erste – schon genannte – ist auch dieses Gefühl, dass Internet dabei zu haben, nicht auf einen stationären Platz festgelegt zu sein. Das fördert auch die Kreativität und nährt den Gedanken: “Vielleicht kann ich das ja im Internet machen/nachschauen/recherchieren, jetzt sofort, hier!”.

Der zweite Grund ist das Konzept der Apps. Bei meinem Vater habe ich mit dem iPhone die Erfahrung gemacht, dass diese kleinen Anwendungen viel greifbarer sind, als eine Webseite. Es ist für diese Generation ein Unterschied, ob man auf einer Webseite Radio hören kann, oder eine kleine App ein Radio “ist”. Auf ersteres würden sie nicht so leicht kommen, dass es im Appstore aber ein Radio-Programm gibt schon eher. Für den ein oder anderen unter euch sicher schwer nachzuvollziehen. Ich kann es verstehen. Grund hierfür ist natürlich auch die Qualität der Suchergebnisse. Im Appstore weißt du direkt, ob es eine App gibt oder nicht. Bei Suchmaschinen musst du erst mal schauen, ob überhaupt ne Seite dabei ist, die das macht, was du machen möchtest, aber das geht hier zu weit. Die Qualität von Suchergebnissen ist wieder ein ganz anderes Thema.

Die leichte Bedienung ist natürlich auch noch ein Argument pro “iPad4Mami”. Alle Apps sind von der Grundbedienung sehr ähnlich aufgebaut. Riesen Überraschungen in der Bedienung wird es da nicht geben, auch wenn sie sich immer und immer wieder neue Apps runterlädt.

Fest steht, meine Mum bekommt ein iPad und sie wird es nutzen und begeistert sein. Da bin ich sicher. Und sie wird die (Internet-)Welt mit anderen Augen sehen.

PS: Das ist kein Beitrag pro Apple. Das ist ein Beitrag über neue innovative Technik, die leicht zu bedienen ist und besonders für unerfahrene Nutzer eine Bereicherung darstellt ohne viel Frust und ohne immer einen Experten in Reichweite zu haben. Das leistet zurzeit das iPad.

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